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Aus der Hartz IV-Praxis

Manche Fragestellungen in meiner Beratung treten gehäuft auf. Anlass können politische Entscheidungen aber auch gerade laufende Medienkampagnien sein. In dieser Rubrik zitiere ich Informationen zu diesen Themen aus Fachportalen und Presse.

Obdachlos in Berlin

Von einem, der auszog, um in Berlin ein neues Glück zu finden und von den Behörden bitter enttäuscht wurde

Seit dem 01.11.2015 ist in Berlin wieder die Kältehilfe unterwegs, um obdachlose Bürger in den kalten Nächten in warme Unterkünfte zu bringen. Manchmal findet ein Obdachloser auch dem Weg in die Hartz IV-Beratungsstelle im RuDi-Nachbarschaftszentrum in der Modersohnstraße 55 in Berlin Friedrichhain. So auch Pascal G., der  aus Jena nach Berlin gekommen war, um hier vorerst einmal Platte zu machen.Einen festen Wohnsitz hatte er nicht, dafür aber eine postalische Adresse beim Verein „Straßenkinder e.V.“ in der Warschauer Straße und meine Adresse von der Beratungsstelle.

Pascal G. ist 22 Jahre alt. Seit 5. November 2015 hat er einen Bewilligungsbescheid vom Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg über monatlich 399 Euro. 50 Euro hatte man ihm schon als Vorschuss in bar ausbezahlt. Der verbleibende Rest von 349 Euro kann ihm durch das Jobcenter nicht ausbezahlt werden, da Pascal G. als Obdachloser kein Bankkonto und auch keine polizeiliche Meldeadresse besitzt. Das Gespräch mit dem Service-Center der Berliner Jobcenter in Lichtenberg verlief nach einigen Hin und Herr doch noch erfolgreich. Das Geld wird ihm nun doch im Jobcenter in bar ausgezahlt.

Womit er sich bisher über Wasser gehalten hat? Die Antwort von Pascal kam prompt: Mit Flaschensammeln. Der Kontakt mit dem Sozialamt in Berlin Friedrichshain war da etwas komplizierter: Nachdem ich über ein Dutzendmal versucht hatte, einen Sachbearbeiter über die Behördenrufnummer 115 zu erreichen, klappte es nach einer halben Stunde dann doch noch jemanden telefonisch zu erreichen. Doch zu früh gefreut, denn die mir mitgeteilten Telefonnummern im Sozialamt waren nicht besetzt. Somit konnte Pascal G. erst einmal kein Obdach vermittelt werden. Ihm blieb nichts anderes übrig, um es im Notübernachtungsheim Franklinstraße zu versuchen. Den gleichen Hinweis erhielt er auch vom Streetworker vom Verein „Straßenkinder e.V.“

Gestern Vormittag rief mich dann eine besorgte Mitarbeiterin aus dem Sozialamt Berlin Friedrichshain-Kreuzberg an, die meine Telefonnummer auf ihrem Display gefunden hatte. Für Pascal G. sei man nicht zuständig, da es nach dem Geburtsdatum ginge. Zuständig wäre der Stadtbezirk Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf. Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als zu warten, das Pascal G. noch einmal in der Hartz IV-Beratungsstelle vorbeischaut. Der Obdachlose besitzt nämlich auch kein Handy. Da bin ich doch selbst heilfroh, im Warmen zu sitzen und nicht auf die Berliner Kommunalbehörden angewiesen zu sein.  

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Berater Zoellner 24.12.2015
Berater Zöllner und Rechtsanwalt Thiemann am 24.12.2015 in der Tagesschau. Eingeblendet Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, mit harscher Kritik an der Bundesregierung. 

 Detlef Zöllner in der AbendschauBerater Zöllner privat und im Büro, 2012 in der Abendschau.