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Bund & Land

Hartz IV war mit Inkraftsetzung von Anbeginn ein kurzerdachtes und rechtlich unausgereiftes System. Richterrecht und fortlaufende Ergänzungen prägen die Umsetzung. Hier wird Hartz IV-Wichtiges aus dem Land Berlin und dem Bund veröffentlicht.

Schummelei mit den Arbeitslosenzahlen ist auch in der Europäischen Union tägliche Praxis

Bei meinen täglichen Recherchen im Internet stieß ich Anfang des Monats Juni 2017 auf einen sehr interessanten Artikel auf der Webseite „Finanzmarktwelt“. Nicht nur in Deutschland wird bei der Arbeitslosenstatistik kräftig geschummelt, sondern auch in den Ländern der Europäischen Union.

Danach gelten in der EU offiziell 135 Millionen Arbeitslose nicht als arbeitslos. So sind in der EU offiziell 21 Millionen Menschen zwischen 15 und 74 arbeitslos gemeldet, 224 Millionen Menschen arbeiten, davon 178 Millionen in Vollzeit. 135 Millionen allerdings laufen unter „ökonomisch inaktiv“. Darunter fallen vor allem Hausfrauen und Hausmänner, deren Partner regulär beschäftigt sind. In den monatlichen Meldungen zur Arbeitslosigkeit in der EU tauchen diese 135 Millionen nicht einmal als Fußnote auf. Dabei tauchen dann noch bei uns so unbekannte Jobs wie Mikro- oder Nanojob auf.

Im Klartext also:

Wenn ein Paar zusammen lebt, und einer davon einer Erwerbstätigkeit nachgeht, gilt der andere nicht als erwerbslos.



Arbeitslos ist nur, wer Arbeit sucht

Mehr noch: Eurostat listet 8,8 Millionen Menschen „classified as available to work but not looking for work.“ Sie seien demotiviert und würden nicht aktiv nach Arbeit suchen. Auch sie werden nicht als arbeitslos gezählt. Damit sind es schon 143,8 Millionen Arbeitslose, die mit Taschenspielertricks nicht als Arbeitslose gezählt werden.

„Teilzeitarbeit“ schönt die Statistik

Aufschlussreich ist auch die Menge der Teilzeitarbeiter- und arbeiterinnen:

20% der Arbeitnehmer in der EU sind teilzeitbeschäftigt, so Eurostat. Im Schlusslicht der Beschäftigung der EU, Griechenland, handelt es sich um 74 % der Erwerbstätigen. Wohl gemerkt: Als Teilzeitarbeit gilt, für ein paar Euro die Woche Toiletten zu leeren oder als Aushilfe die Teller zu schrubben.

Die Quote der „Teilzeitbeschäftigten“ ist besonders hoch in den Ländern mit extremer Arbeitslosigkeit: Zypern (63,7%) oder Spanien (50,7%) und Portugal (45,1%). Im Klartext heißt das: In Griechenland können drei Viertel aller Beschäftigten von ihrer Arbeit nicht leben, in Zypern fast zwei Drittel, in Spanien die Hälfte.

Aus der Statistik geht nicht hervor, wie viele der 135 Millionen faktisch erwerbsloser Hausfrauen und Hausmänner einen Partner haben, der in „Teilzeit“ arbeitet. Wer also die Hausarbeit macht, während der Partner zwei Mal die Woche Pizzen ausfährt, gilt ebenso wenig als arbeitslos wie der Partner.

Fazit:

Wer in der EU als arbeitslos gelten will, darf keinen Partner haben, der einer Erwerbsarbeit nachgeht; er muss sich „aktiv um einen Job kümmern“, er darf keinen Mini-, Mikro- oder Nanojob haben. Wer die „strengen Kritierien“ nicht erfüllt, gilt nicht als arbeitslos. Ob er verhungert, interessiert dabei nicht.

Ich will nun hoffen, das unsere Arbeitsmarktstrategen nicht auf die Idee kommen, die hier in Deutschland geltende „Unterbeschäftigung“ als „ökonomisch inaktiv“ anzugleichen. Wer noch Zweifel an diesen Artikel hat, lese ihn unter dem Link: 

http://finanzmarktwelt.de/millionen-arbeitslose-versteckt-die-folgenden-daten-zeigen-die-ganze-heuchelei-der-eu-statistiker-60017/

nach.

Quelle: Finanzmarktwelt

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Berater Zöllner und Rechtsanwalt Thiemann am 24.12.2015 in der Tagesschau. Eingeblendet Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, mit harscher Kritik an der Bundesregierung. 

 Detlef Zöllner in der AbendschauBerater Zöllner privat und im Büro, 2012 in der Abendschau.